Der Kaloha Camper – ein DIY Holzcamper der besonderen Art.

Wir sind Marlena, Kenny und Sam, stets reiselustig und voller Entdeckerlust und das am liebsten im Camper mit der Nähe zur Natur und vor allem zum Meer.

Zur Zeit reisen wir für ein Jahr in unserem selbstgebauten „Kaloha Camper“. Selbstgebaut bedeutet in dem Fall nicht selbstAUSgebaut, sondern komplett geplant und mit viel Liebe und Schweiß selbst gebaut.

So eine Idee kommt natürlich nicht von jetzt auf gleich. Es war ein Prozess, der sich über längere Zeit entwickelt hat bis wir dann letztlich vor dem fertigen Camper standen und unsere erste Reise damit starten konnten.

Vanlife Blog – Kaloha Camper DIY Campingbus – Panorama


Wie alles begann

Aber nun einmal ganz von vorne: Schon Jahre zuvor sind wir so oft wie nur möglich mit einem alten Bulli losgezogen. Durch das häufige und lange Reisen, wurde uns nach und nach bewusst, was wir eigentlich auf Reisen brauchen und was nicht.

So war es irgendwann naheliegend, dass sich Kenny in seiner Masterarbeit seines Architekturstudiums mit diesem Thema beschäftigen wollte. Und wer kennt das nicht: Wenn man an etwas arbeitet, was einem selber interessiert und was möglicherweise später auch einen wirklichen Nutzen haben kann, dann geht einem die Arbeit auch leichter von der Hand und macht zudem auch noch Spaß.


Welche Aspekte waren uns wichtig? 

Zu Beginn wollten wir zunächst herausarbeiten, welche Aspekte für uns überhaupt wirklich wichtig sind. Dort gab es ein paar Punkte, die unser Camper in jedem Fall aufweisen sollte – Dinge, die uns teilweise auf Reisen mit dem Bulli gefehlt haben beziehungsweise nicht in ausreichendem Maße vorhanden waren. 

Vanlife Blog – DIY Kaloha Camper

Zunächst war es uns wichtig, dass das Material natürlichen Ursprungs sein und zudem eine gute Atmosphäre ausstrahlen sollte. Relativ schnell kam die Idee Holz zu verwenden. Es lässt sich gut verarbeiten, ist ein natürlicher und nachwachsender Rohstoff und gibt einem Wohnraum einen gemütlichen Charakter.

Bis zu diesem Zeitpunkt wussten wir zwar noch nicht, welche Art Holz wir verwenden wollen, aber auf die Suche nach dem passenden Holz machten wir uns erst, als auch wirklich feststand, dass wir den Camper tatsächlich auch bauen wollten – aber dazu später noch mehr.

Neben dem optischen und atmosphärischen Aspekt war es für uns wichtig durch unseren Camper einfach eine Verbindung zur Natur herstellen zu können, das heißt im Prinzip wollten wir das Campen wieder mehr zu einem Outdoorerlebnis machen.

Wir halten uns gerne draußen auf und haben letztlich eine Möglichkeit gefunden den Innenraum zum Außenraum werden zu lassen beziehungsweise viele Funktionen, wie beispielsweise das Kochen, auch außerhalb des Campers nutzbar zu machen. Der dritte für uns wichtige Punkt war es den Camper minimalistisch zu gestalten, denn man braucht nicht viel auf Reisen. Wir wollten so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich mit uns führen und das Wenige sollte dann am besten auch seinen festen Platz haben. Unsere Erfahrung hat nämlich gezeigt, dass je mehr Krempel man mitnimmt und je weniger feste Plätze für all den Kram vorhanden sind, umso größer wird das Chaos.

Vanlife Blog – DIY Kaloha Camper Zeichnung

Von der Theorie in die Praxis

Als Kennys Masterarbeit dann endlich abgeschlossen war, hatten wir nun einen theoretisch schwarz auf weiß beschriebenen mit Illustrationen veranschaulichten und als Minimodell vorhandenen Plan des Campers. Es sollte eine Absetzkabine aus Holz mit Klappen werden, die man so weit öffnen kann, dass letztlich der Innenraum auch zum Außenraum wird und somit unsere gewünschte Verbindung nach Draußen hergestellt wird. Als Basisfahrzeug soll ein einfacher Pritschenwagen verwendet werden.

Relativ bald drängte sich uns natürlich dann auch die Frage auf, ob das, was theoretisch geplant wurde, auch praktisch umsetzbar ist. Wie schon zuvor kurz angerissen, war zunächst die Hauptfrage, welches Holzmaterial überhaupt passend sein könnte. Es musste verschiedene Eigenschaften aufweisen, um für unser Vorhaben der praktischen Umsetzung des Campers überhaupt in Frage zu kommen. Es musste leicht sein, da ein Pritschenfahrzeuge nur eine gewisse Zuladungsmöglichkeit hat. Außerdem musste es wetterbeständig sein und eine gewissen Stabilität aufweisen.

Durch den Kontakt zu einem befreundeten Schreiner wurden wir auf ein Bootsbaumaterial aufmerksam gemacht. Dabei handelte es sich um fiberglasbeschichtete Balsaholzplatten. Balsaholz ist sehr leicht und daher optimal für unser Bauvorhaben geeignet gewesen.

Durch die Fiberglasbeschichtung konnten unsere wichtigen Punkte der Wetterbeständigkeit und Stabilität eingehalten werden.

Aber damit war die Materialsuche noch nicht am Ende – Welche Schlösser werden gebraucht? Wie soll das Schranksystem gebaut werden? Welche Matratze ist die Beste? Was sind die passenden Fenster? Das waren nur einige der vielen Fragen, die wir uns im Folgenden stellen mussten. Nach langem Informieren, Ausprobieren und Recherchieren, haben wir nach und nach unsere Materialliste zusammengestellt.

Vanlife Blog – DIY Kaloha Camper


Uns war von Anfang an bewusst, dass der Bau des Campers kein einfaches Unterfangen wird, zumal keiner von uns beiden weder Schreinererfahrung noch Schreinerausrüstung besaß. Glücklicherweise gefiel unserem befreundeten Schreiner das Projekt so gut, dass er uns neben seiner Beratung auch das Nutzen seiner Werkstatt angeboten hat. Im Nachhinein betrachtet hätten wir den Camper ohne die Unterstützung und der Maschinen des Schreines nicht ansatzweise, wenn nicht sogar überhaupt nicht, umsetzen können. Für uns war vieles „learning by doing“. Wir haben viel ausprobiert, viel verworfen, viel geändert, um dann das eine oder andere Mal doch wieder auf die Ursprungsidee zurückzukehren. Aus dem Grund hat sich der Bau dann auch doch vier Monate hingezogen. Kenny hat jeden Tag gearbeitet, um unseren Traum wahr werden zu lassen. Marlena half in jeder freie Minute tatkräftig mit, um das Projekt voranzutreiben.

Vanlife Blog – DIY Kaloha Camper

Im Herbst begonnen, zog sich der Bau bis in den Dezember hinein. Es wurde bitterkalt – auch in der Werkstatt. Mit eiskalten Füßen, trotz zwei Paar Socken, und zitternden Händen bauten wir fleißig weiter. Etwas Abhilfe verschafft uns der Ofen, der mit Holzresten betrieben wurde, um nicht vollends zu erfrieren, aber nichts desto trotz erinnern wir uns immer noch gerne an diese anstrengende und schöne Zeit zurück. Die langsame Sichtbarkeit von Fortschritten, die Freude, wenn etwas funktioniert hat und etwas mit den eigenen Händen zu erschaffen, sind Erinnerungen, die uns für immer positiv im Kopf bleiben werden. All dies wäre aber auch nicht ohne die Hilfe vieler Freunde und Familie möglich gewesen, die uns tatkräftig beim Sägen, Pinseln und vor allem Schleifen halfen.

Vanlife Blog – DIY Kaloha Camper - Kenny beim Bau


Als sich der Bau langsam aber sicher dem Ende neigte, war es für uns an der Zeit nach einem passenden Pritschenfahrzeuge Ausschau zu halten. Wir haben nämlich zunächst gebaut und dann das Auto ausgesucht. Zuvor hatten wir uns jedoch schlau gemacht, welche Maße die Ladeflächen der verschiedenen Pritschenfahrzeughersteller überhaupt haben. Wir haben festgestellt, dass es leider kein Einheitsmaß gibt auf die wir die Größe unserer Camping-Absetzkabine hätten anpassen können. Wir haben daher also ein Mittelmaß der gängigen Größen der Ladeflächen genommen. Mögliche Überstände durch unserer Kabine an den Seiten und am Ende der Ladeflächen würden sich somit noch immer im TÜV-konformen Bereich befinden. Somit hatten wir bei der Wahl des Fahrzeugs eine größtmögliche Spanne an Auswahloptionen.

Trotz der Vielzahl an Optionen, die wir nun hatten, müssen wir im Nachhinein ehrlich sagen, dass wir uns da etwas verschätzt haben. Wir dachten, dass eine gute und relativ günstige Pritsche schnell zu finden sei, aber leider weit gefehlt.

Entweder sind die Pritschen zwar günstig, aber dann so viel auf Baustellen etc. genutzt worden, als dass deren Verfallsdatum schon kurz bevorstand oder sie waren in einem sehr guten Zustand, aber kosteten dann doch noch mehr als wir an Budget eingeplant hatten.

Nun gut, nach langem Suchen haben wir dann doch etwas gefunden, so dass wir seit da im Besitz der „Roten Zora“ sind – einem roten Mercedes Sprinter als Pritschenvariante.

Vanlife Blog – DIY Kaloha Camper - das Arbeitsmaterial 

Endlich geschafft

Als dann der Tag der Fertigstellung der Kabine gekommen war und sie in ihrer Rohform bereit war die „Rote Zora“ kennen zu lernen, fuhren wir mit der Pritsche am 30.12.2016 vor. Wieder einmal halfen uns einige Freunde, um die Kabine durch die enge Werkstatt aus dem Eingang hinaus auf dem Parkplatz zu transportieren, um sie dann mit fünf Mann auf die Ladefläche der Pritsche zu hieven.

Als die Kabine dann an dem Auto befestigt wurde, konnte es dann losgehen. Nun ja – dachten wir! Unsere gute Zora wollte nicht mehr starten – die Kälte hat die Batterie leer gezogen. Also überbrücken lassen, aber dann ging es los. Die erste Fahrt mit unserer selbstgebauten Holz-Campingkabine konnte starten. Zunächst noch etwas skeptisch ob das, was wir uns da zusammengeschustert haben, auch hält wurden wir sekündlich immer sicherer, dass es alles so funktioniert, wie wir es uns vorgestellt haben.

Vanlife Blog – DIY Kaloha Camper - auf geht's


Auf geht's

Vier Monate später, nach langem, ungeduldigen Warten, ging es dann endlich los auf unsere langersehnte viermonatige Reise mit unserem “Kaloha Camper” durch Spanien und Portugal. Es war eine wunderbare Reise und es hat alles gehalten, funktioniert und entsprach unseren Vorstellungen. Hier und da sind uns dann trotzdem noch einige Ergänzungen und Verbesserungsmöglichkeiten in den Sinn gekommen. Auf Reisen merkt man dann irgendwann doch wieder, was hilfreich sein könnte oder was man dann doch nicht braucht. Letztlich sind wir immer noch zugange neue Ideen für den Camper zu schmieden und umzusetzen – eine Never Ending Story – zumal sich ja auch Vorstellungen und Bedürfnisse beim Reisen mit dem Camper mit der Zeit ändern können.

Vanlife Blog – DIY Kaloha Camper - auf geht's

Aber zur Zeit genießen wir die zweite große Reise mit dem Camper. Ein Jahr lang – Spanien, Portugal, Marokko und Kanaren. Wir sind gespannt, was wir noch erleben werden...

Vanlife Blog – DIY Kaloha Camper - in der Wüste

Mehr über die Abenteuer von Kenny, Malena und Sam findet Ihr auf der Website Kaloha Camper oder bei Instagram